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Die Mehrheit der tibetischen Nonnen und Mönche, die den fühlenden Wesen selbstlos helfen wollen, verfügen nicht über eine entsprechende Ausbildung, um Wesen in der Not wirklich helfen zu können.
Auch hier sollen die zu gründenden Vereine „Orden des Mitgefühls“ und „Bewirkende Hände“ hilfreich wirken.
Als Vorbereitung auf ihren Dienst an den fühlenden Wesen innerhalb des Ordens werden die Mitgliedsanwärter vorher gründlich durch Vermittlung des Vereins “Bewirkende Hände“ geschult. Die Schulung erfolgt in der Krankenpflege und in den wichtigsten Handwerksberufen. Mit diesen Kenntnissen versehen werden die Helfer durch den Orden an die Orte geschickt, an denen ihre Hilfe am dringendsten erforderlich ist.
Durch die umfangreichen Handwerksausbildungen werden sie in der Lage sein, eine kritische Situation richtig einzuschätzen und sachgerechte Abhilfe zu schaffen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Naturgewalten erhebliche Schäden an den Wohnbereichen der Betroffenen angerichtet haben.
Die zusätzliche Ausbildung in der Krankenpflege garantiert überdies eine förderliche Erst- oder Weiterversorgung von verletzten Personen sowie die fachkundige Betreuung alter Menschen.

Lasst uns also beginnen!
Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.

Ratnasambhava

Ratnasambhava

Gelong Jampa Jönten

Gelong Jampa Jönten

Nicht die Macht und der Einfluss der Religionen über die ihnen anvertrauten Gläubigen sollten heute im Vordergrund stehen, sondern die Liebe zu den fühlenden Wesen, zu unserer sozialen Verantwortung.
Nur so können wir Buddhas Lehre bewahren und verkünden, indem wir sie anderen vorleben.
Uns muss bewusst werden, dass wir durch unsere selbstlos vollbrachten Taten nicht nur dem Gemeinwohl und dem Frieden, sondern auch unserer Zufriedenheit dienen. Diese Art des Dienens bedeutet langfristig Seligkeit und den sicheren Weg zur Allwissenheit.

Eine Hilfe kann nur dann hilfreich sein, wenn sie sachkundig erbracht und nur als Starthilfe angesehen wird. Denn die beabsichtigte Hilfe sollte nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein und darf nicht zur Entmündigung der Bedürftigen führen.

In der heutigen aufgeklärten Welt mit Telefon und Internet gewinnen die Handlungen der religiösen Gruppen zunehmend an Transparenz.
Viele Religionen stehen miteinander im Wettstreit und bald schon wird es nicht mehr heißen: „Gibt es einen Gott oder gibt es keinen?“ bzw., „Gibt es eine Wiedergeburt oder gibt es keine?“

Bald wird es nur noch heißen:
„Welche Religion nutzt mir, was bewirkt sie für die Menschen allgemein?“

Die Hirnforschung erklärt uns immer mehr die Herkunft und Ursache unserer Intelligenz, unserer Emotionen etc. Unsere Ängste, wir könnten doch nur vom Affen abstammen und unsere Lebenszeit sei einmalig und endlich, verhindern eine sachliche Einstellung. Das sollte in den Verantwortlichen der Religionen Demut erzeugen und sie dazu bewegen, ihre religiöse Tätigkeit zu überdenken. Sie müssen neue Wege finden und ihren Schwerpunkt weg von der Unfehlbarkeit einer einzig wahren Religion, hin zu der Funktion als Repräsentant der Ethik und sozialen Verantwortung setzen.

In den ärmsten Ländern – mit ihrer unvorstellbaren Not – bauen sich die buddhistischen Schulrichtungen und deren ehrgeizige Äbte ein Prunkkloster neben dem anderen. Trotz des bestehenden Kontrastes sehen die Erbauer nicht die Not der Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe, begreifen nicht, dass auch diese Menschen nur dieses eine Leben jetzt bewusst erleben und dass sie es menschenwürdig erleben wollen, worauf sie auch Anspruch haben.

Nun sollte man meinen, dass die tibetischen Klöster in Indien – auf Grund der leidvollen Erfahrung der Tibeter mit der Vertreibung durch die Chinesen, dem Verlust ihrer Heimat – ihr Verhalten zu leidenden Menschen verändert hätten.
Fehlanzeige!
Der Adel übt weiter Macht und Einfluss aus, die Klöster stellen ihre eigenen, persönlichen Interessen weiterhin in den Vordergrund, der Wettstreit „Wer hat das größte und prunkvollste Kloster“ ist im vollen Gange.

Meiner Kenntnis nach ist der einzige, praktizierende, tibetische Buddhist S. H. der XIV. Dalai Lama, auch wenn seine Reformen und Handlungen augenscheinlich immer wieder durch die konservativen Kräfte ausgebremst werden.

Und da sind noch die vielen unbekannten Nonnen und Mönche, die sich ernsthaft bemühen Buddhas Lehre zu leben.
Zeigen wir also nicht weiter auf das Fehlverhalten Anderer.
Lasst es uns besser machen

Es ist äußerst befremdlich, wenn ein Glaubender, ein vertrauender Buddhist real beobachten muss, wie in den ärmsten Ländern sowie im Westen ein prunkvolles Kloster nach dem anderen entsteht, und wie jeder, der sich für einen Lehrer von Buddhas Lehre hält, dazu beiträgt, dass diese Klöster und Stupas von den Spenden der Laien erbaut und mit wertvollen Inneneinrichtungen ausstattet werden.

Die Erbauer verkünden, dass dies zum Lobpreis der Buddhas aus aller Welt geschieht, aber in Wirklichkeit preisen sie damit ihre eigene Person. Sie bauen sich ihr Denkmal, weil Ihr Ego größer ist als die Liebe zu den fühlenden Wesen. Eine parasitäre Einstellung.

Dies gipfelt in der Bestrebung, den höchsten Buddhas aller Zeiten zu bauen, der laut Angaben aus dem Jahre 2001 über 200.000 Millionen US-Dollar verschlingt (inzwischen sind es wohl über 300.000 US$).
Da Buddha nie wollte, dass von ihm eine Ebenbild geschaffen wurde, weil er die Ansicht vertrat, dass wir nicht ihn sondern seine Lehre verehren sollten, wurde bei dieser monströsen Statue die Gestalt des dem Buddha Shakyamuni folgenden Buddha Maitreya gewählt, der in ca. 2500 Jahren die Welt beglücken soll.
In der Christenheit finanzierte man diese Art von Größenwahn unter anderen mit der Ablasssteuer, bauten einen Dom zum Lobe des Herrn nacheinander. Und es gibt viele solcher Prachtbauten allein in Deutschland. Der Kölner Dom verbrauchte jedes Jahr rund 9.000.000 US-Dollar / 6.500 000 € für seine Instandhaltung. Auf ganz Deutschland hochgerechnet muss der Bundesbürger jährlich rund 30.000.000.000 US-Dollar / 22.000.000.000 € zum Erhalt der christlichen Prunkbauten aufbringen.

Wie kann ein fühlender Mensch angesichts des ihn umgebenen Leides nur beten, studieren und meditieren, aber ansonsten untätig bleiben und die in Not lebenden fühlenden Wesen ihrem Schicksal überlassen?

Es macht wenig Sinn, jetzt – nach der Besetzung Tibets – immer noch alle Schuld den Chinesen zuzuschreiben. Selbstkritik wäre den Klöstern anzuraten.

Chinas grausamer Überfall, die über 1,3 Millionen getöteten Tibeter, die begangenen Menschenrechtsverletzungen und die konsequente Vernichtung der tibetischen Nation sind unentschuldbar. Deshalb gehört China von der Weltgemeinschaft bestraft und zur Wiedergutmachung an Tibet verpflichtet.
Diese Verbrechen an der Menschheit dürfen aber nicht dazu führen, dass das vorherige Regime der Tibeter bis zur Besetzung durch China in Vergessenheit gerät oder gar noch verglorifiziert wird.
Denn die eigentlichen Schuldigen des sich heute abspielenden Dramas sind die damaligen Führer und Verantwortlichen der Klöster und des Adels. Ihr oftmals korruptes, selbstgefälliges Herrschen und Machtstreben und die Quasi-Versklavung der Menschen, die ihrer Obhut anvertraut wurden, führte zu dieser fehlenden Wehrhaftigkeit und machte erst die Besetzung durch China möglich.
Dieses Verhalten des Adels und des Klerus kennen wir auch in Europa – insbesondere aus der Zeit des 30-jährigen Krieges.
Auf Grund dieser praktischen Erfahrung brauchen die Klöster und die Religionsvertreter Grenzen für ihr Wirken und ihre Einflussnahme auf die Laien.

Bedenklich stimmt: Eine deutliche Kehrtwende im Verhalten mancher Adligen und einiger Klöster ist leider immer noch nicht zu erkennen.
Die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung gegenüber den Klostermitgliedern und den Laien wäre die richtige Antwort auf die Untäigkeit einiger Klöster in der Vergangenheit.

Die derzeitige Praxis mancher Ich-dominanten Klöstern, Lehrern und Mönchen schadet der Lehre Buddhas und verwässert dessen Lehre. Es ist höchste Zeit zur Umkehr.

Es darf nicht länger heißen, das Mönchs-/Nonnentum benutzt die Laienschaft, um gut zu leben, prunkvolle Klöster zu bauen und um die Welt reisen zu können.
Die buddhistische Religion und deren Vertreter müssen sich als Dienende der Laien, der fühlenden Wesen allgemein und unserer aller Lebensraum begreifen.

Ihr Lamas, Nonnen und Mönche lebt Buddhas Lehre spürbar, praktiziert Nächstenliebe!

Die Klöster, ihre Lehrer (Geshe) und Ordinierten haben eine besondere Verantwortung. In den vergangenen Jahrhunderten haben sie alles getan, um das blinde und kritiklose Vertrauen der Laien zu gewinnen. Und auf Grund des in sie gesetzten Vertrauens nehmen sie auch eine Vorbildfunktion ein. Bis zum heutigen Tage lassen sich die Klöster von Laien bedienen und versorgen.
Es ist an der Zeit, dass viele Klöster den Laien etwas zurück geben und ihrer Vorbildfunktion durch Taten nachkommen.
Wenn sich diese Klöster in der heutigen Zeit nicht selbst ernsthaft in Frage stellen wollen, wenn sie von den Laien auf Dauer nicht als parasitär empfunden werden wollen, dann müssen sie endlich damit beginnen, Buddhas Lehre zu leben, nicht nur zu lehren. Sie können nicht nur sich selbst und die Nutzung ihrer Vorteile in den Vordergrund stellen, sie müssen ihre Lehre von den selbstlosen Taten in Demut an in Not geratenen, bedürftigen fühlenden Wesen praktizieren.

Wie die Heiligen, Buddha und Jesus es uns vorlebten:
Menschenliebe ist, dem Menschen zu dienen.
Viele ehrenwerte Lamas, deren Schüler und andere Buddhisten – Ordinierte wie Laien – leben danach!

Buddha forderte seine Schüler dazu auf, seine Lehre zu hinterfragen, nicht nur an seine Lehre zu glauben. Er forderte uns damit auf, seine Lehre durch eigene Erkenntnisse zu festigen.
Wissen erreicht der Schüler durch das Hinterfragen, durch das Studium, aber niemals durch den Glauben an irgendetwas.
Das Wort „Allwissenheit“ setzt Studium und erhaltenes Wissen voraus.
Wer glaubt ein Wissen zu besitzen, ist bequem und hat sein „Wissen“ überwiegend vom „Hörensagen“.

Wer glaubt, ist nur zu faul zum Denken!

Wir wollen wissend werden, und so müssen wir alles in Frage stellen und zu allem eine aktuelle Position einnehmen. Die Wahrheit kennt keine Tabus. Nichts anderes lehrte uns Buddha.

Es ist wichtig und auch angemessen, Buddhas Lehre so vermittelt zu bekommen, wie sie Buddhas Nachfolger dokumentiert haben und wie sie in den heiligen Schriften enthalten ist.

Aber in dem Maße, wie wir uns heute nicht mehr überwiegend zu Fuß auf den Weg in ferne Länder begeben und uns stattdessen lieber mit Flugzeug, Bahn oder Auto fortbewegen, oder wie wir die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Entstehung der Welt, die Entwicklung des Menschen vom Einzeller über den Affen bis zu unserem heutigen Erscheinungsbild anerkennen, oder wie wir heutzutage per Handy und Internet mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren, in dem Maße müssen wir auch Buddhas Lehre mit der heutigen Zeit in Einklang bringen.

Es gilt, die Lehre zu bewahren und unsere Taten – verbunden mit unseren aktuellen Erkenntnissen – mit den Bedürfnissen der heutigen Situation abzustimmen.

Wir müssen nicht nur unseren Geist zum Guten schulen und das Mitgefühl in uns wecken, sondern wir müssen auch endlich zu handeln beginnen. Wir Buddhisten müssen als Einheit auftreten und damit anfangen, soziale Verantwortung zu übernehmen. Es widerspricht Buddhas Lehre mit dem Handeln zu warten, bis man irgendwann die Erleuchtung erreicht hat. Handeln wir in dem Zeitbereich, von dem wir wissen, dass er uns Handlungsspielraum gibt.
Wir glauben an eine Wiedergeburt, aber ein persönliches Wissen darüber haben wir nicht.
Wir wissen lediglich, dass wir nach einer bestimmten Frist sterben werden.

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